Capre, Malerei

Wer Teil eines Clans, Kollektivs ist, geniesst manche Privilegien; z. B. Schutz, Sicherheit, eventuell gesichertes Überleben. Jedoch muss er bestimmten Regeln und Mustern folgen, sich in die sozialen Verhältnisse einfügen, sich der Rangordnung, Hirarchie unterordnen – anpassen. Je nach dem, kann das für ein Individuum bedeuten, dass es sich nicht entfalten kann, sein Anders-sein nicht leben kann. Dadurch können grosse Diskrepanzen, Konflikte entstehen, die vielleicht sogar einfordern, dass man sich auf die Flucht begeben muss, um zu überleben. Wie symbolträchtig die Ziege ist, das kristallisiert sich für mich erst nach und nach heraus. Lange Zeit diente sie als »Kuh des kleinen Mannes«, was mit steigendem Wohlstand nach dem 2. Weltkrieg etwas in Verruf geriet. Bereits in der Antike wurden Ziegen hoch geschätzt, wo sie auch in der Mythologie eine grosse Rolle spielten. Sie werden mit übernatürlichen Mächten in Verbindung gebracht, seien sie göttlicher oder teuflischer Natur. Der griechische Gott Pan wird halb als Mensch, halb als Ziege dargestellt, und auch der Streitwagen des nordischen Donnergottes Thor wird von zwei Ziegen gezogen. In der Götterhalle der germanischen Götter lebte die Ziege Heidrun, aus deren Euter Met für die Einherjer fliesst. Die Ziege steht auf dem Dach Walhalls und frisst von den Zweigen der Weltesche, die als Weltenbaum den gesamten Kosmos verkörpert. Die Ziege Amalthea säugte den Göttervater Zeus, der ihr später ein Horn abbrach, das magische Kräfte hatte und zum Füllhorn wurde. So wurde Amalthea zum Einhorn und als Dank für ihre Dienste, der Zutritt in den Himmel gestattet. Dort ist sie als Stern »Capella« (lat. kleine Ziege) zu finden. Die anspruchslosen Hornträger beeindrucken mich insbesondere, weil sie sehr eigensinnige Individuen sind, dennoch ein ausgeprägtes Sozialverhalten besitzen, zeigen können. (Das Findelkind Daphnis wird im Wald von einer Ziege genährt, bis ihn der Hirte findet.) Im Süden Sardiniens hat mich der Hirte, Antonello Salis, mit seinem Erbe – 250 Ziegen, mitgenommen, gefesselt. Der authentischen, archaischen und traditionsbewussten Lebensweise fühle ich mich in gewisser Weise zugehörig. Seine Verbindung zu den Tieren und zur Natur berühren mich sehr. In meinen Arbeiten bewege ich mich an der Grenze zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Das Material Holz als Bildträger, ist Teil meines Erbes und fügt sich damit wie von selbst ein. »Meine Herde« ist noch nicht vollständig.
Mischtechnik auf Holz, 60 x 40 cm
Mischtechnik auf Holz, 60 x 30 cm
Mischtechnik auf Siebdruckplatte, 31,2 x 62,4 cm (la Capretta di Salvatore Cambosu)
Collage auf Holz, 40 x 40 cm
Mischtechnik auf Holz, 30 x 60 cm
Collage auf Holz, 50 x 50 cm (Esmeralda)
Mischtechnik auf Holz, 50 x 50 cm
Mischtechnik auf Holz, 50 x 50 cm
Mischtechnik auf Holz, 50 x 50 cm
Mischtechnik auf Holz, 50 x 50 cm
Mischtechnik auf Holz, 50 x 50 cm
Mischtechnik auf Holz, 50 x 50 cm
Mischtechnik auf Holz, 50 x 50 cm
Mischtechnik auf Holz, 50 x 50 cm
Mischtechnik auf Holz, 50 x 50 cm
Mischtechnik auf Holz, 30 x 50 cm
Mischtechnik auf Holz, 30 x 50 cm
Mischtechnik auf Holz, 30 x 50 cm
Mischtechnik auf Holz, 30 x 50 cm
Mischtechnik auf Holz, 30 x 60 cm
Mischtechnik auf Holz, 30 x 60 cm
Am Anfang …
Mischtechnik auf Leinwand, 60 x 60 cm